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27.08.2008, 16:59 Uhr | Manfred Posch
CDU Senioren Union erfahren Unbekanntes aus der Geschichte des Heimatortes
Wo könnte man besser die Geschichte der Heimat erfahren als bei einer Stadtführung. Unter der sachkundigen Anleitung von Hans Magin trafen sich die Senioren der CDU Senioren Union auf dem Marktplatz. Zur Zeit der Industrialisierung Mitte des 19. Jh. war Schifferstadt noch weitgehend von der Landwirtschaft geprägt.
Die Besuchergruppe der CDU Senioren Union in der Krypta der St. Jakobus Kirche, Stadtführer Hans Magin links.
Der Bau der Eisenbahnlinie bewirkte einen nachhaltigen Strukturwandel zu einem Arbeiterbauerndorf. Arbeitslosigkeit, fehlende soziale Absicherung bei Krankheit und lange Arbeitszeiten bei geringen Arbeitslöhnen führten zur Armut, schlechten Wohnverhältnissen und Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen. Hinzu kam das rasche Bevölkerungswachstum. Pfarrer Ernst Ripplinger (1829 – 1905) wollte die wirtschaftliche Not und Armut nicht als gottgewollt hinnehmen. Angetan u. a. von den Ideen von Adolf Kolping, der 1846 den ersten Gesellenverein zur fachlichen Fortbildung der Gesellen gründete und dem Genossenschaftsprinzips Friedrich Wilhelm Raiffeisens gründete er 1892 einen Darlehnskassenverein. Der Verein entwickelte sich stürmisch und förderte das wirtschaftliche Leben in Schifferstadt.
Wegen der starken Arbeitsbelastung und der Armut waren viele arme Kranke ohne Hilfe und Pflege und viele Kinder sich selbst überlassen. Pfarrer Ripplinger machte sich stark für eine Station der Niederbronner Schwestern. Um die Mittel für die Unterbringung der Schwestern aufzubringen wurde der Elisabethenverein gegründet. Im gleichen Jahr stand die Gastwirtschaft „Zu den drei Lilien“ zum Verkauf. Da der junge Verein nicht in der Lage ist soviel Geld aufzubringen, kaufte Ripplinger das Gebäude aus eigenen Mitteln. In einem späteren Anbau organisierte Ripplinger eine „Kinnerschul“, eine Nähschule und eine Krankenpflegestation. Heute ist in diesem Haus die ökumenische Sozi-alstation untergebracht. Neben der Verwirklichung sozialer Ideen gab Ripplinger auch dem religiösen Leben neue Impulse.
1899 wurde der Pfarrer wegen seiner großen Verdienste zum Ehrenbürger ernannt.An der Kreuzung Schulstraße/Rehbachstraße erfuhren die Teilnehmer bei der Betrachtung der eleganten Backsteinhäuser etwas über den Wohlstand der Schifferstadter Bürger. Der früher stark verbreitete Anbau der Krapp-Wurzel zur Gewinnung von Alizarin ging durch die viel billigere Synthese bald zu Ende. Aber der Anbau von Tabak und Hopfen brachte Anfang des 20. Jh. Wohlstand. An der Rückseite des Rathauses und beim „Grünen Baum“ befanden sich damals Brü-ckenwaagen. Außerdem gab es u. a. noch drei Sauerkrautfabriken und eine Emailfabrik. Schwie-rig war die industrielle Lage allerdings, da eine Wasserleitung erst 1929/1930 wegen Weigerung des Gemeinderats gebaut wurde.
In der Bahnhofstraße befand sich damals die Elektroversorgung, ab 1930 die Stadtsparkasse. Wie die Teilnehmer erfuhren, war an dem Ufer des Rehbachs eine Waschstelle für die Schif-ferstadter Frauen neben dem heutigen Geier-Druck-Verlag. Auch Pferde wurden dort gelegentlich gewaschen. In der Bahnhofsstraße befanden sich früher noch weitere historische Gebäude wie das Schlössel, das Haus des Weinhändlers May und die Synagoge. Das jüdische Gotteshaus wur-de 1938 in der Kristallnacht angezündet und zerstört. Heute erinnert ein Gedenkstein im Anwesen von Dr. Sold an die Deportation jüdischer Mitbürger. Als letzte Station wurde die St. Jakobus-Kirche besucht. Das neue, an der Stelle mehrerer Vorgängerkirchen errichtete Gotteshaus wurde 1860 eingeweiht. Zunächst befand sich der Chor, wie üblich an der Ostseite, nach Umbau 1753 mit An-bau eines Chors wurde der Altar an die Westseite verlegt.
Später 1860 erfuhr die Kirche weitere Umbauten wie Querschiff, Seitenschiffe und Sakristei im neuromanischen Stil. Die Kreuzigungs-gruppe wurde 1942 angebracht. Die Krypta der Kirche war während der Kriegszeit als Luftschutz-bunker benutzt worden. Eine entsprechende Eisentür und Fensterausstiege sind heute noch zu sehen.

Die Teilnehmer der CDU Senioren Union dankten dem Stadtführer Hans Magin für die eindrucksvolle Führung, die einen kleinen Einblick in die Geschichte Schifferstadts gewährte.

Zum Abschluss des Stadtausflugs erfreuten sich die CDU Senioren noch an einer Weinprobe der Winzergenossenschaft Ungstein der Familie Wag-ner in der Klappengasse.
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