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08.02.2012, 11:00 Uhr | Pressemitteilung

Anschaulich und beeindruckend

CDU-Veranstaltung zu Afghanistan lockte über 70 Zuhörer ins Phönixheim

Zu einem interessanten und spannenden Vortrag über die Erlebnisse eines Bundeswehrsoldaten im Afghanistan-Einsatz lud die CDU Schifferstadt ein. Über 70 interessierte Zuhörer konnte Andreas May im Namen des CDU Ortsverbands im großen Saal des Phönixheims begrüßen, darunter auch Beigeordneter Bruno Dell und CDU-Fraktionsvorsitzender Hans Pruschina. In seinen einführenden Worten verdeutlichte May, stellvertretender CDU-Ortsvorsitzender, die Eckpunkte und wichtigsten Fakten des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr. „Zehn Jahre sind nun vergangen, rund 100.000 deutsche Soldaten waren inzwischen in Afghanistan, 53 haben dort ihr Leben lassen müssen“, betonte May. Die Mission unserer Soldaten soll für Stabilität und Demokratie im Norden Afghanistans sorgen und den Wiederaufbau unterstützen. „Doch die Sicherheits­lage im kriegs­zerstörten Land ist nach wie vor desaströs“, betonte May.

Nicolai Schenk bei seinem spannenden Erlebnisbericht
Nicolai Schenk nahm sich zunächst Zeit, um die Situation und Unwägbarkeiten in Afghanistan zu schildern. Gemeinsam mit den US-amerikanischen und belgischen Truppen operiert die Bundeswehr derzeit vom Stützpunkt Kunduz aus. Schenk diente zuletzt als Verbindungsoffizier des Ausbildungs- und Schutzbataillons Kunduz zum US Infanteriebataillon 2-18 aus Baumholder und war somit vorwiegend mit den US-Truppen im Einsatz. „Wir sprechen alle englisch, ein Vorteil jedoch ist, dass die in Baumholder stationierten US-Soldaten zum großen Teil auch deutsch sprechen und verstehen“, erklärte Schenk, der insbesondere auf die großen Probleme durch Übersetzungen im Umgang mit den afghanischen Polizeieinheiten hinwies. Die Situationen dort sind unvorhersehbar, die Gefahr muss nicht immer direkt in Form eines Anschlags drohen. „Die Dorfstraßen sind so eng, dass sie größtenteils nicht zu durchfahren sind“, weshalb die Soldaten sich oftmals der Gefahr aussetzen müssen, zu Fuß auf Erkundung zu gehen. Sogleich kommen die Dorfältesten auf einen zu und wollen verhandeln, beschreibt Schenk die Verhaltensweisen vor Ort. „Hier ist höchste Konzentration und Vorsicht geboten!“.
Die Unwägbarkeiten stellen Mensch und Material immer wieder vor große Herausforderungen. „Es gibt nahezu keine asphaltierte Straße, das Ackerland wird oftmals bewässert, die Bewässerungsgräben und Kanäle sind wegen schlechter Brücken kaum für unsere schweren, gepanzerten Fahrzeuge zu überwinden. Die klimatischen Bedingungen tun ihr übriges – extreme Hitze und Sandstürme erschweren die Arbeit im Gelände“. Schenk selbst musste mehrfach beim Koordinieren von Bergungsoperationen mithelfen.

Anschaulich und beeindruckend gestaltete sich der ergreifende Diavortrag, den Schenk mit eigenen Fotos bestückte. Die Außenposten und Unterstände außerhalb der Bundeswehr-Feldlager sind alles andere als komfortabel. Hinzu kommt auf der einen Seite, dass man freundlich und offen der afghanischen Zivilbevölkerung begegnen muss, um das Vertrauen der Menschen und Informationen gewinnen zu können. Auf der anderen Seite muss man aber auch jederzeit auf einen Angriff vorbereitet und eingestellt sein. Auch die Ausrüstung der einzelnen ISAF Soldaten hat sich im Laufe der Jahre verändert, berichtete Schenk. Die persönliche Schutzausstattung der Soldaten hat sich verbessert und den aktuellen Bedrohungslagen angepasst. Mittlerweile fahren Patrouillen nur noch in gepanzerten Fahrzeugen. Aber auch Großgerät wird zum Einsatz gebracht. Im Krisenfall kann die eigene Panzerartillerie Feuerunterstützung bieten. Die Zusammenarbeit zwischen Amerikanern und Deutschen hat in Kunduz hervorragend funktioniert. Beeindruckend beschrieb Schenk die Reaktion der US Soldaten, als der Tod von Osama bin Laden öffentlich wurde. Viele hofften auf ein Ende des Krieges.

Nach einer anschließenden Fragerunde dankte Andreas May dem Referenten und den zahlreichen Gästen herzlich. Nicole Klutinius überreichte dem Referenten im Namen des CDU-Ortsverbandes Pralinen. „Es war eine richtige Entscheidung Nicolai Schenk aus Maikammer einfliegen zu lassen“, scherzte May abschließend.